Das Projekt

Einleitung

Das Projekt „Mest op Maat – Dünger nach Maß“ arbeitet entlang der gesamten Wertschöpfungskette (siehe Abbildung 1) von der Rohgülle, über die direkte Nutzung als Dünger oder Energiesubstrat, bis hin zu deren Aufbereitung zu Düngemitteln und Input-Substraten für Biogasanlagen in den viehveredlungsstarken Regionen in Deutschland und den Niederlanden. Dabei steht die transparente und bedarfsgerechte Verwertung der Gülle und Gärreste unter Zuhilfenahme effizienter Technologien im Mittelpunkt der Arbeiten.

Alle Projektpartner arbeiten bereits seit vielen Jahren an dieser Thematik. Das dadurch angesammelte Know-how wird so in diesem Projekt zusammengeführt und bietet die Chance, einen großen Schritt bei der Entwicklung von Lösungen für die Herausforderungen bei der Verwertung von Gülle und Gärresten zu machen.

Das Projekt soll nicht nur gelungene Beispiele in der Projektregion betrachten, sondern insbesondere auch neue Konzepte und Technologien zur Gülle- und Gärrestverwertung umsetzen. Um die Ideenvielfalt zu fördern und einen Anreiz zu besonders zielorientierten Entwicklungen zu geben, werden wegweisende Vorhaben im Projektverlauf fachlich unterstützt. Haben Sie Ideen, Technologien oder innovative Konzepte, die bereits realisiert oder weiterentwickelt werden sollen? Dann sprechen Sie uns an und werden Sie Teil von Mest op Maat – der Plattform für die Gülle- und Gärrestverwertung.

2016-02-26 MoM (2) - Pfeilschema

Abbildung 1:   Schematische Darstellung der Prozesskette Gülle- und Gärrestverwertung

Motivation / Problemstellung

Das Projektgebiet für Mest op Maat, siehe Abbildung 2, umfasst in NRW die Landkreise des Münsterlandes (Steinfurt, Borken, Coesfeld, Warendorf und die Stadt Münster), in Niedersachsen die Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim sowie auf niederländischer Seite die Regionen Overiijssel (Noord-Overijssel, Zuid-Overijssel, Twente) und Regionen Gelderlands (Zuidwest-Gelderland, Achterhoek, Arnhem/Nijmegen). In dieser viehveredelungsstarken Projektregion gibt es alleine über 16 Mio. Schweine, die jährlich insgesamt 24.000.000 m³ tierische Ausscheidungen erzeugen. Das Potenzial des Düngewerts beträgt rund 230 Mio. Euro alleine für Schweinegülle. Die zum Teil hohen regionalen Überschüsse an Nährstoffen müssen umweltverträglich verwertet werden und erzeugen dabei steigende Kosten.

Gleichzeitig besteht in Ackerbauregionen ein Bedarf an Nährstoffen, wodurch sich in den letzten Jahren eine stetig wachsende Logistik für tierische Ausscheidungen entwickelt hat, die gerade auch grenzüberschreitend stattfindet. Diese ist jedoch oft nur wenig effizient und wirtschaftlich häufig nicht sehr sinnvoll. Der „Nährstoffbericht Niedersachsen“ der Landwirtschaftskammer Niedersachsen gibt eine Importmenge an Gülle von 91.117 t/a aus den Niederlanden in das Land Niedersachsen im Jahr 2013 an. Ebenso ist im „Nährstoffbericht NRW“ der Landwirtschaftskammer NRW für den Import von Gülle aus den Niederlanden in NRW eine Gülleimportmenge von 1.423.231 t/a in 2013 ausgewiesen.

Durch eine Optimierung der Verwertung von Gülle und Gärresten können z.B. CO2-Emissionen durch die Substitution von Mineraldünger (energieintensive Herstellung), eine bessere energetische Ausnutzung vorhandener Reststoffe und eine höhere Transportwürdigkeit der Nährstoffe reduziert werden. Zudem unterstützt eine vermehrte energetische Nutzung dieser Reststoffe die regenerative Energieversorgung in der EUREGIO gemäß den Klimaschutzzielen der EU bzw. der Niederlande (-20 % CO2 bis 2020) und Nordrhein-Westfalens (-25 % CO2 bis 2020). Am Ende der Wertschöpfungskette steht immer die Nutzung als Dünger, die bei bedarfsgerechter Ausführung einen Beitrag zur Lösung der mit den Nährstoffüberschüssen einhergehenden Umweltprobleme leisten kann.

Projektregion

Abbildung 2:   Projektregion

Inhalt / Projektbeschreibung

Zu Beginn des Projektes werden Anfall, Überschuss und Transport tierischer Ausscheidungen und Nährstofffrachten transparent dargestellt. Mit Hilfe gemeinsamer grenzüberschreitender Exkursionen und Expertenworkshops sollen in dem Projekt innovative Aufbereitungstechnologien und Verwertungskonzepte untersucht und bewertet werden. Dabei steht vor allem die Ermittlung der Interessen und Bedarfe der Abnehmerseite im Mittelpunkt, um bedarfsoptimierte Produkte anbieten zu können.

Schwerpunkt der Arbeiten im Projekt ist die Untersuchung bestehender und neuer Technologien und Konzepte zur Gülle- und Gärrestverwertung. Dazu werden diese im Labor- und Praxismaßstab für die Aufbereitung von Rinder- und Schweinegülle sowie Gärreste getestet. Durch die Versuche sollen Optimierungspotenziale bei bestehenden Techniken gehoben werden, neue Technologien weiterentwickelt und in technisch ausgereifte Konzepte überführt werden. Am Ende steht die Realisierung in Pilotanlagen im Praxismaßstab. Neben den Anlagen zur Aufbereitung werden im Projekt auch die Logistik sowie die Ausbringungstechnologien betrachtet. Durch eine gesteuerte und bedarfsgerechte Düngung können umweltschädliche Nährstoffüberschüsse reduziert werden.

Ziele / Ergebnisse

Das Projekt hat das Ziel, durch technische Innovationen die Gülle dort zu behandeln und zu verarbeiten wo sie anfällt und somit den Transport von Gülle über die Grenze deutlich zu reduzieren. Dazu wird die Realisierung von erfolgreichen Aufbereitungskonzepten und die Umsetzung von Optimierungspotenzialen an bereits bestehenden Technologien ermöglicht. Es wird angestrebt, marktfähige Produkte herzustellen (NPK-Dünger), die als Mineraldüngerersatz gleichwertig in z. B. Ackerbauregionen eingesetzt werden können. Mit der Weiterentwicklung einer NIRS-gesteuerten und genau bedarfsgerechten Düngung werden effektiv Überschüsse in der Düngung vermieden.