Erste MoM-Exkursion

Erste gemeinsame Exkursion der Projektgruppe am 10. und 11.03.2016 zu verschiedenen Anlagen der Gülle- und Gärrestaufbereitung in Deutschland und den Niederlanden.

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Im Anschluss an die erste Station der Exkursion, dem Demonstrationstag in Lünne, ging es weiter zur Biogasanlage Oing in Schöppingen, wo ein Trockner der Fa. RHS Maschinen- und Anlagenbau GmbH begutachtet wurde. Dieser trocknet die Gärreste ohne vorherige Separation, wodurch diese den Trocknungsprozess in granulierter Form verlassen.

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Gärresttrockner der Fa. RHS
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Getrockneter Gärrest

Die letzte Station des ersten Tages war die Biogasanlage der ODAS GmbH in Dorsten. Besonderheit dieser Anlage ist die Nutzung großer Mengen Wirtschaftsdünger aus Viehveredelungsstarken Regionen und die Verwertung der Gärreste in Ackerbauregionen. So besteht der Substratmix zu ca. 75 % aus Mist und der Rest aus nachwachsenden Rohstoffen. Die Gärreste werden mit einer Pressschnecke separiert und die flüssige Fraktion wieder in den Prozess zurückgeführt, weshalb auch fast keine Gülle vergoren wird. Der Feststoff wird zur Verwertung als Dünger in Ackerbauregionen transportiert, von wo auf dem Rückweg die nachwachsenden Rohstoffe mitgebracht werden. Die Biogasanlage hat eine Leistung von etwa 3,5 MWel, wobei der Großteil des produzierten Biogases aufbereitet und ins Erdgasnetz eingespeist wird.

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Mist für die Biogasanlage ODAS in Dorsten
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Gasaufbereitung der Biogasanlage ODAS in Dorsten

Das Programm des zweiten Tages in den Niederlanden startete mit dem Besuch des Schweinehaltungsbetriebes Heijderhoeve, der die anfallende Schweinegülle mit einer Vollaufbereitung behandelt. Die Verfahrensschritte dabei sind die Fällung mit Eisensalzen und anschließende Separation mit einer Bandfilterpresse, Danach folgen eine Flotation, ein Tuchfilter sowie eine Umkehrosmose und zum Schluss eine Ultrafiltration. Als Produkte entstehen dabei Feststoff, eine konzentrierte Nährstofflösung und einleitfähiges Wasser. Im Jahr werden mit dieser Anlage 50.000 m³/a behandelt und die Kosten dafür liegen zwischen 16 und 18 €/m³. Demgegenüber stehen Verwertungskosten für die Gülle von ca. 20 bis 24 €/m³.

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Gülleaufbereitung Heijderhoeve
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Feststoff nach der Aufbereitung

Die zweite Station an diesem Tag war der Milchviehbetrieb Den Eelder. Besonders an diesem Betrieb sind die geschlossenen Stoff- und Energiekreisläufe durch die eigene Molkerei und Biogasanlage. So wird die von den 400 Kühen produzierte Milch innerhalb des Betriebes weiter verarbeitet und auch selbst vermarktet. In der Biogasanlage wird zum Großteil Gülle und Mist aus der Viehhaltung vergoren. Diese versorgt dabei den gesamten Betrieb mit Strom und thermischer Energie. Der Gärrest wird mit einer Pressschnecke und dem „Bedding Master“ der Fa. Daritech aufbereitet und als Einstreu im Betrieb sowie Kompost verwertet.

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Biogasanlage Den Eelder
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Fließbild Den Eelder

Die Exkursion endete mit der Besichtigung der Biogasanlage Groot Zevert. In dieser Biogasanlage wird verstärkt aufbereitete Gülle eingesetzt. Dazu werden am Standort verschiedene innovative Techniken zur Aufbereitung, z.B. Ammoniakstrippung und Phosphatfällung, in der Praxis getestet und auch eingesetzt. Allerdings keine Ultrafiltration oder Umkehrosmose. Gegenwärtig wird die Biogasanlage erweitert, wodurch sich die Kapazität von 35.000 t/a auf 150.000 t/a Gülle erhöht. Das produzierte Biogas wird zukünftig vor Ort aufbereitet und über eine Gasleitung an eine Molkerei geliefert.

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Biogasanlage Groot Zevert

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